¡Buen viaje, chicos!
25. Oktober 2015
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Gemeinsam für den Frieden: DROP BEATS NOT BOMBS

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Oberstufenschüler und Schulorchester gestalten ergreifenden musikalisch-literarischen Abend im Rahmen der Nordwalder Friedenswoche…

Es wurde auf einmal ganz leise im voll besetzten Forum der Schule. Passend zu unterschiedlichsten Bildern und einer entsprechenden Hintergrundmusik wurden Schlagworte eingeblendet, die den vielfältigen Abend thematisch öffneten: Krieg und Frieden. Unter dieser thematischen Leitidee hatten sich die Musik- und Kunstkurse der Jahrgangsstufe Einführungsphase, der Musikkurs der Q1 und das Schulorchester in den vergangenen Monaten intensiv auf den Vorabend des 70. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges vorbereitet. Die Aufregung aber vielmehr die Vorfreude waren in den letzten Minuten vor dem Beginn des Konzerts zu spüren.
Ergreifend ging es nach der Einstimmung weiter. Edith Regeling, die Großmutter einer Schülerin der Jahrgangsstufe 12 berichtete in einem Interview von ihren Erfahrungen während und nach der Vertreibung aus Schlesien. Ihre Enkelin Johanna hatte den Kontakt zu ihren Mitschülern hergestellt, die sich in ihren Freistunden mit Frau Regeling getroffen und in der Folge das intensive Interview erstellt und sehr professionell produziert hatten. Aber die Gruppe „Interview“ war nur eine der vielfältig ausgerichteten Gruppen des Grundkurses Musik 12.
Auf unterschiedliche Art und Weise hatten die Schüler ihren Zugang zum Thema gefunden und verarbeitet. Alle Produkte konnten am Abend präsentiert werden: das Schattentheater, verschiedene weitere Kurzfilmbeiträge, zum Beispiel eine leicht satirische Musikstunde, die auf das Thema „Entartete Musik“ anspielte. Für rein musikalische Momente sorgte der Chor und Pianistin Katharina Müller und Gitarristin Nurcan Akkus, die – sensibel begleitend – Songs wie „Dear Mr. President“, „Faith of a child“ und den „Titelsong“ der Deutschen Einheit „Wind of change“ arrangiert und eingeübt hatten. Die Solistin Luisa Schulze-Marquarding sang beeindruckend zudem bei ihrer Bühnenpremiere den Song „Dear Mr. President“ und überzeugte mit ihrer tragenden und klaren Stimme.
Für einen Höhepunkt der Veranstaltung sorgte der Auftritt der „Bionic Beast Dancer“, einer Tanzgruppe der Richtung Industrial, die aus Schülern der Jahrgangsstufe 12, aber auch Schülern anderer Jahrgangsstufen bzw. Externer besteht. Ihre Choreographie, in der sich zwei Gruppen bekämpfen, bevor sie dann gemeinsam einen wilden Tanz der Aussöhnung anstimmen, begeisterte das Publikum für die noch recht unbekannte Tanzrichtung. Der Vortrag von vier Gedichten in vier Sprachen brachte den Zuhörern die literarische Verarbeitung unterschiedlicher Aspekte von Krieg und dem Umgang der Autoren damit näher.

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ZWEI PARTEIEN (Foto: S.Terstegge)

Zwei Parteien – Motivation der Anhänger und letztlich der Aufstand gegen die Anführer. Das Thema der Performance der ca. 45 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 hätte nicht besser dargestellt werden können. Die Interpreten spielten mit Stille und dem mitreißenden Einsatz von Gesten und Mimik, völlig ohne Worte, lediglich unterstützt durch den gezielten Einsatz von Schlaginstrumenten. Zum Schluss ihres Auftritts steht auf der Bühne das Motto des heutigen Abends: „DROP BEATS NOT BOMBS“.

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Das Schulorchester (Foto: S.Terstegge)

Musikalisch trug das Schulorchester unter der Leitung von Andreas Klein durch den Abend, denn die großartige Aufführung des neuen und alten Repertoires hätte den Abend nicht besser abrunden können. Auch hier wurden Gegensätze gesucht und gefunden: Der hinreißende Pachelbel Kanon stand der Titelmusik des Autoroboter – Films „Transformers“ gegenüber, deren Interpretation vom Moderationsteam der Jahrgangsstufe 12 augenzwinkernd als 3D-Erlebnis angekündigt wurde. Mit den beiden Werken „Mars“ (Der Kriegsbringer) und „Jupiter“ (Der Bringer der Fröhlichkeit) aus der Orchestersuite Die Planeten ernteten die engagierten Musiker des Orchesters tobenden Applaus.

So war für alles gesorgt: ein abwechslungsreiches Programm, beste Verpflegung in der Pause durch Leckereien am Buffet und Getränke und sogar eine kleine Ausstellung der Symbolik von Krieg und Frieden, die man mit der Unterstützung eines von Schülern der Jahrgangsstufe 12 liebevoll erstellten Audioguide durchlaufen konnte. Und so ist am Ende klar: der gemeinsame Weg soll von Frieden geprägt sein, damit der Vorabend des 8.Mai immer von solch intensiven Momenten geprägt sein kann und Toleranz und Offenheit Pate stehen für die Zukunft.

Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten für diesen wunderbaren Abend!
Westfälische Nachrichten, Mai 2015