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Adventszeit mit Goethe und Schiller

Am Donnerstag, den 24.11.2016, ging es um halb sieben in der Frühe für 20 literarisch interessierte Schülerinnen und Schüler der Q2 los: vom Hauptbahnhof in Münster zum Hauptbahnhof (!) in Weimar. Begleiter der Fahrt waren die Oberstufenleiterin Frau Scheerer und Herr Bernemann.

Auf dem Programm standen folgende Punkte: Besuch einer Theateraufführung, Besuch des Schillerhauses und des Goethehauses, sowie des Nationalmuseums, des Schlosses und der Gedenkstätte Buchenwald.

Das Konzentrationslager auf dem Ettersberg wurde am gleichen Nachmittag besucht und hinterließ tiefe Eindrücke. Im dichten Nebel und bei sehr frostigen Temperaturen wurden diese noch beklemmender. Die Bilder und Informationen, mit denen man in der Gedenkstätte konfrontiert wurde, der Gang durch die Gedenkstätte und der Film taten ihr Übriges.

Am Freitag standen die beiden Dichter im Mittelpunkt. Zuerst ging es ins Schillerhaus, wo man auf den Spuren des großen Denkers wandelte und Einblicke in seine Biografie, seine Werke und auch seine schweren körperlichen Gebrechen erhielt, denen Schiller immer wieder trotzen musste und die ihn nicht davon abhielten, bis tief in die Nacht an Dramen und literarischen Schriften zu arbeiten.

Wie sich seinerzeit Goethe und Schiller wohl auch über die Einkaufsstraße gegenseitig besucht haben mögen, ging die Gruppe im Anschluss ebenfalls den kurzen Fußweg zu Goethes Wohnhaus am Frauenplan. Und ebenfalls wie Schiller um 1800 wandelte man die Stufen durch das Treppenhaus zum Freund Goethe hinauf, der diesen vielleicht im gelben Zimmer, in der Schreibstube oder im Garten erwartete, um über den Faust, die Horen, die Erziehung des Menschengeschlechts oder die Besetzung der abendlichen Theaterveranstaltung zu diskutieren.

Genau diese bildete nämlich den Höhepunkt dieses Tages: im Nationaltheater wurde am Abend Faust II gegeben. Der Verlauf der Handlung und auch die Art der Inszenierung warfen viele Fragen auf. Mit ratlosen, aber auch beeindruckten Gesichtern gingen die Schülerinnen und Schüler in die kurze Pause und auch nach der Aufführung aus dem Theater. Wer sich Klärungen im zweiten Teil erhofft hatte, wurde enttäuscht, denn es kamen weitere Fragen hinzu, die erst im Anschluss – und hier auch nur in Ansätzen – geklärt werden konnten. Trotzdem waren alle von der Aufführung begeistert.

Den Abschluss der geplanten Programmpunkte am Samstagmorgen bildeten die Schlossbesichtigung und hier vor allem der Besuch der sogenannten „Dichterzimmer“. Schon früh wurde in Weimar erkannt, dass die bekannten Dichter und Denker geehrt werden und in Erinnerung bleiben sollten, so dass eigene Räume für Goethe, Schiller, Herder und Wieland geschaffen wurden.

Dass die Gruppe außergewöhnliches literarisches Interesse hatte, zeigte sich dadurch, dass alle Schülerinnen und Schüler das doch stramme Programm auf eigenen Wunsch hin erweiterten: besichtigt wurden weiterhin die Anna-Amalia-Bibliothek, Goethes Gartenhaus, der Park an der Ilm und die Herderkirche. Außerdem wird allen Teilnehmern als nächtlicher Höhepunkt wohl auch der Rezitationsabend im Park mit Teelichtern und mit Gedichten Klopstocks in Erinnerung bleiben.

Gestärkt mit Thüringer Rostbratwurst und anderen kulinarischen Besonderheiten vom Weimarer Weihnachtsmarkt und mit vielen literarischen und kulturellen Eindrücken und Erfahrungen ging es am Samstagnachmittag wieder zurück ins Münsterland. Einhellige Meinung aller Schülerinnen und Schüler – und auch der Begleiter – war und ist: der Besuch Weimars war ein beeindruckendes Erlebnis und ein voller Erfolg!