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Naturwissenschaften mal anders – die NW-Woche in der Q1

In der Naturwissenschaftswoche haben die Schüler der Q1 sich traditionell fünf Tage lang ausschließlich mit den Fächern Biologie, Chemie und Physik beschäftigt.

Im Vordergrund standen für die Biologen eine Exkursion zum Heiligen Meer in Recke und für die Chemiker und Physiker Experimentalpraktika an unserer Schule und an der Fachhochschule Steinfurt.

Biologie

Am 14. und 15. März machten sich also die SchülerInnen des Leistungskurses Biologie auf den Weg nach Recke. Dort angekommen wurde im Seminarraum durch den Biologen Herrn Dr. Pust zunächst ein Überblick über Lage und Beschaffenheit des Geländes und der Seen gegeben. Ausgestattet mit Gummistiefeln ging es dann ins Gelände. Bei angenehmen Frühlingstemperaturen wurden zunächst die Heidschnucken bewundert, anschließend gespannt den Ausführungen zum Erdfallsee gelauscht. Besonderes Interesse wurde dabei durch die für einen oligotrophen See typische Vegetation geweckt und der Einsatz des Gagelstrauches in früheren Zeiten mit Interesse verfolgt. Es folgten die ersten Probenentnahmen und Messungen von Wassertemperatur, pH-Wert, Eisen- und Nitratkonzentration. Im weiteren Verlauf des Vormittags wurden weitere Gewässer beprobt, wie das „Große Heilige Meer“ und die Meerbecke. Vor allem bei der Meerbecke wurde das Terrain durch einige Schüler „von allen Seiten“ betrachtet, was zu einigen nassen Füßen und Lachern auf Seiten des Kurses führte. Die gewonnen Daten wurden anschließend im Seminarraum ausgewertet und verglichen. Am Nachmittag ging es mit vielen Analysegeräten raus aufs Wasser. Während eines der Boote zielstrebig auf die in der Mitte des Sees befestigten Boje zusteuerte, erkundete das zweite Ruderboot im Zickzackkurs noch ein wenig die Schönheit des Gewässers. Nachdem alle Beteiligten gemeinsam an der Boje verankert waren, wurden verschiedene Parameter in verschiedenen Tiefen des Sees gemessen. Im Anschluss wurden die erhaltenen Ergebnisse in Form eines Vertikalprofils und auch die verschiedenen Schichtungen und Bewegungen des Wasserkörpers im Jahresverlauf thematisiert.

Am zweiten Tag wurden wir von Herrn Trappmann durch das Gelände geführt mit dem Schwerpunkt des „Großen Heiligen Meers“. Zunächst stand wieder eine kurze Bootsfahrt an, um eine Planktonprobe zu entnehmen. Diese wurde anschließend unter dem Mikroskop betrachtet. Die Vielfalt der verschiedenen Organismen überraschte die Teilnehmer und das schwierige Bestimmen der Phyto- und Zooplankter ließ von uns verblüfft und belustigt verfolgte Fachgespräche unter den Kursleitern entstehen. Mit so einer Begeisterung für diese Kleinstlebewesen hatte wohl keiner der Jugendlichen gerechnet und einige ließen sich zumindest ein wenig davon anstecken. Am Nachmittag stand dann ein ausführlicher Gang durch das Gelände an, der mit dem Beobachten eines Waldkauzes während seiner Tagesruhe begann. Fasziniert von dem Großvogel wurde das Fernglas geduldig weitergegeben und einigen Schülerinnen auch ein drittes Mal erklärt, wo genau man hinschauen sollte. Neben den verschiedenen Vegetationsformen und Lebensgemeinschaften wurde auch die Bildung von Niedertorfmoor erklärt und eindrucksvoll gezeigt, wie einzelne Niedermoor-Linsen im Gelände Bewegungen weitertragen. Ein weiterer Schwerpunkt wurde den Amphibien gewidmet, auch wenn sich niemand bereit erklärte zu testen, ob der gefangene Frosch nun tatsächlich „nur“ ein Frosch sei oder doch ein verwunschener Prinz, lies er doch die Hoffnung steigen, einige der seltenen blau gefärbten Moorfrösche zu entdecken. Leider waren sie zu gut versteckt und lediglich die Laichballen waren zu sehen.

Insgesamt waren es zwei sehr produktive Tage, die wir bei (zum Glück) schönem Wetter dort verbringen durften. Neben einem großen theoretischen Input überwog die Praxis im Gelände und machte viele aus dem Biologiebuch nur theoretisch bekannte Aspekte im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Insgesamt eine wirklich gelungene Exkursion.

Chemie

Die Schülerinnen und Schüler des  Chemie Grundkurses mussten in diesem Jahr leider auf den Besuch der Fachhochschule verzichten, da sich die Labore dort im Umbau befanden. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „ Wenn der Strom nicht aus der Steckdose kommt – Mobile Energiequellen“ haben wir experimentell in den Fachräumen der Schule zu den Themen „Elektrolyse und Umkehrreaktion“ und „Hinführung zur Nernstgleichung“ gearbeitet. Das erste Thema leistet die Vorarbeit für das Verständnis der Funktionsweise von Akkumulatoren, das zweite Thema beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss die Konzentrationen der Metallsalzlösungen auf die Elektrodenpotentiale hat.

Dabei ging es um Versuche wie die Zinkiodid-Elektrolyse, sowie Zinkblech in Zinksulfatlösung mit Konzentrationsgefälle, Konzentrationszellen und eine quantitative Untersuchung der beobachteten Phänomene mit Konzentrationsketten.

Krönender Abschluss war ein Wettbewerb zwischen den Schülerinnen und Schülern, mit ihrem erworbenen Wissen in dieser Unterrichtsreihe mit Hilfe von drei Zitronen eine Batterie mit möglichst hoher Spannung zu bauen.

Physik

Für die Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Physik standen Experimente sowohl an unserer Schule sowie auch am Fachbereich Physikalische Technik der Fachhochschule in Steinfurt auf dem Programm. In jeden Fall mussten wir selbständig die Theorie erarbeiten, die Versuche aufbauen, die Messwerte aufnehmen und eine Auswertung schreiben. Bei dem Besuch an der Fachhochschule in Burgsteinfurt  wurden vier sehr spannende Experimente durchgeführt. Eines davon war das Testen von Aggregatzuständen in einem Vakuum. Zum Beispiel haben wir, ohne minus Temperaturen, Wasser gefrieren lassen. Die Professoren, die uns bei den Experimenten unter die Arme griffen, erklärten uns diese einfach und auf witzige Art und Weise.

Insgesamt fanden wir die Naturwissenschaftswoche sehr gut. Besonders gefallen hat uns das eigenständige Experimentierten und das intensive Beschäftigen mit einem Thema. Und ganz nebenbei haben wir uns damit auch noch auf das Abitur vorbereitet.