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Prominenter Besuch im Religionsunterricht
Schülerinnen und Schüler des Religionskurses 10.3 machen sich seit einiger Zeit Gedanken zum christlichen Menschenbild. Nun hatten sie im Rahmen der Unterrichtreihe „Der Mensch“ Besuch von Pfarrer Peter Kossen, der sich seit Jahren mit Nachdruck gegen moderne Sklaverei und für faire und würdige Arbeitsbedingungen einsetzt. Der engagierte Priester findet mit seinem Anliegen auch regelmäßig in den Medien Gehör (Talkshow bei Günther Jauch und Radiointerviews).

Womit beschäftigt sich der Religionskurs konkret?

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Verlauf der Unterrichtsreihe zum Thema Mensch
festgestellt, dass nach christlichem Verständnis wir Menschen durch den Schöpfungsauftrag
Gottes dazu aufgerufen sind, sorgsam mit der Schöpfung umzugehen. Jeder Mensch ist
wertvoll und in seiner Würde unantastbar. Auch Menschen mit Behinderungen oder
Krankheiten behalten diese Würde. Jeder Mensch kann aber auch grundsätzlich frei
entscheiden, was er tut und wie er lebt. Welche Konsequenzen sich aus diesem Menschenbild im Umgang mit unserer Umwelt, den Rohstoffen, anderen Lebewesen, aber
auch vor allem mit anderen Menschen ergeben, beschäftigte sie. So kamen sie schließlich
auch auf die ungerechten Arbeits- und Lebensbedingungen für Arbeitnehmer sogar hier in
Deutschland. Sie wurden auf die teils unmenschlichen Zustände in Betrieben in unserem Land aufmerksam.
Peter Kossen setzt sich genau gegen diese Ausbeutung – speziell von Leiharbeiter/innen aus
Osteuropa – ein. Er prangert seit Jahren das System der Werkverträge an: Ausbeutung,
verbrecherisches Subunternehmertum und Mietwucher. So war es naheliegend, den
ehemaligen Nordwalder Kaplan als Experten zu diesem Thema einzuladen.
Nun stand er unseren Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Alle zeigten sich
„geschockt von den unwürdigen Lebensbedingungen“, „verwirrt ob des Prinzips des Sub-
Unternehmertums, das viele Abläufe undurchschaubar macht“. Es bedrückte sie, „dass
Menschen aus Osteuropa bei uns so behandelt werden“. Eine Schülerin sagte: „Ich bin froh
Deutsche zu sein und frei.“ Sie waren aber auch beeindruckt von all den Informationen, die
sie erhielten und fanden es aufregend, wie Peter Kossen (jetzt Pfarrer in Lengerich) sein
Leben lebt.