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Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Im Rahmen der „Tage der Orientierung“ fuhren ca. 40 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs mit Herrn Meier und Frau Mense zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen.
Benthe Engels, Schülerin der Klasse 10.2, berichtet:


Nach einer dreistündigen Fahrt konnte man das erste Schild sehen: Gedenkstätte „Bergen-Belsen“.
Zunächst weist nichts auf die schreckliche Geschichte diese Ortes hin. Links befindet sich das pädagogische Zentrum, rechts das Ausstellungshaus. Dazwischen ist ein großes Tor, auch hier kann man wieder lesen, dass man in einer Gedenkstätte ist.


Die Führung unserer Gruppe startet im pädagogischen Zentrum mit einer Powerpoint-Präsentation über die Entstehung des Lagers und den ursprünglichen Zweck als Gefangenenlager für französische, belgische und russische Soldaten.

Anschließend heißt es für alle wieder in den Bus einsteigen, denn wir fahren zur Militärschanze. Ein kleiner Pfad führt uns zum damaligen Bahnhof, ein alter Viehtransporter sticht jedem sofort ins Auge. Er stammt aus der Zeit, wurde zwar nicht für Deportationen genutzt, macht aber deutlich, wie beengt und unter welchen unmenschlichen Umständen die Deportierten oftmals tagelang ausharren mussten.
Vor einer Tafel mit alten Tagebucheinträgen über die Zeit im Viehtransporter bleiben wir erneut stehen, Die Menschen, von denen die kleinen Zettel stammen, sind kaum älter als wir…
Wieder zurück auf dem Gelände der Gedenkstätte geht es endlich durch das Tor in die dahinter liegende „Parklandschaft“.


Vor einem von dreizehn Massengräbern bleiben wir stehen. Es ist noch eines der kleineren. Hier liegen 1000 Menschen, verrät eine Steintafel. Uns wird gesagt, in den großen Gräbern liegen bis zu 5000 Menschen. – Kaum vorstellbar.

Es gibt auch ein paar Gedenksteine, die an einzelne Opfer erinnern. Einer wurde den beiden Schwestern Anne und Margot Frank gewidmet. Es ist das meistbesuchte Grab in Bergen-Belsen, wovon auch die vielen abgelegten Blumen und Kerzen an dieser Stelle zeugen.

Etwas makaber sind dabei die Kriegsgeräusche, die vom benachbarten Truppenübungsplatz herüber tönen und auf der ganzen Anlage zu hören sind.

Anschließend haben wir noch eine Dreiviertel Stunde Zeit, uns im Ausstellungshaus umzusehen. Neben Bodenfunden gibt es hier Texte der Überlebenden, Tagebücher, alte Akten und viele Informationen und Zahlen. Aber auch Videosequenzen, Filmausschnitte und Interviews von der Befreiung und von Überlebenden sind zu sehen.

Es folgt eine kurze Abschlussbesprechung und schon ist die Exkursion nach Bergen-Belsen beendet.

Abschließend haben sich die Schülerinnen und Schüler mit einem Zitat von Richard Weizsäcker auseinandergesetzt:

„Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bewältigen. Das kann man gar nicht, sie lässt sich ja nicht nachträglich ändern oder ungeschehen machen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahr.“

Auch die Schülerinnen und Schüler sind sich einig: das, was in Deutschland geschehen ist, darf nicht noch einmal passieren. Dazu kann nur beitragen, wer weiß, was für unbeschreibliches Elend die Nationalsozialisten verursacht haben, was für unmenschliche Gräueltaten an Orten wie Bergen-Belsen verübt wurden und wer sich aktiv dafür einsetzt, dass solche Dinge nicht noch einmal geschehen können!