StreetArt-Katalog übergeben
27. November 2023
Gremien
9. Dezember 2023

Wer sagt, dass „Nominalgruppen-Lernen“ im Deutschunterricht langweilig ist?  Für unsere Achtklässler*innen wurde das sogar zu einem richtigen Abenteuer. Vier Wochen lang verwandelte Katharina Escher, Doktorandin am germanistischen Institut der Universität  Münster, zusammen mit unseren Lehrerinnen Kerstin Reitenbach, Johanna Schwarze, Isabell Luther und Astrid Zippel-Grobe dazu den Deutschunterricht in einen „Escape-Room“. Die Schüler*innen schlüpften in die Rollen von Ermittler*innen einer neuen Spezialeinheit mit einem besonderen Ermittlungsauftrag: Es galt einen ungelösten Kriminalfall aufzuklären. Nach der „Grundausbildung“, bei der sie ihre Ermittlungswerkzeuge kennenlernten, sammelten die Jugendlichen mit Feuereifer in einem digitalen Learning-Escape-Game verschiedene Hinweise und lösten spannende Rätsel.

Idee und Gestaltung des kreativen Spiels kamen von Katharina Escher. Die Unterrichtsreihe hatte sie im Rahmen ihres Promotionsprojekts „Bildungssprachausbau – Bedarfe und Fördermöglichkeiten“ konzipiert und nun erprobt, um sie wissenschaftlich auszuwerten. Das Projekt hat das Ziel, Formulierungskompetenz von Schüler*innen nachhaltig zu fördern. Die Textform Beschreibung rückte die Wissenschaftlerin in einen funktionalen Zusammenhang, indem sie diese in ein digital-gestütztes Lernsetting einbettete. Die Schüler*innen setzten sich während der Ermittlungen dadurch nicht nur inhaltlich mit dem Fall auseinander, sondern mithilfe ihrer Werkzeuge auch mit den verschiedenen Mitteln des Nominalgruppenausbaus. Wortgruppenkarten (entwickelt von Prof. Anne Berkemeier) unterstützten dabei im Umgang mit den grammatischen Strukturen:  Wie Bausteine können diese nämlich zusammengesetzt werden und bieten so einen neuen Zugang zu sprachlichen Strukturen. Mit viel Freude konnten die Detektivinnen so nicht nur den Fall lösen, sondern auch ihre Formulierungskompetenz nachhaltig weiterentwickeln.

Das Fazit unserer Deutschlehrerinnen und der jungen Wissenschaftlerin war eindeutig: Die enge Zusammenarbeit unserer Schule mit der Uni Münster, die mit der Etablierung des „Lesecamps“ bereits Früchte trägt, ist ganz klar eine Win-Win-Geschichte.

Wir bedanken uns herzlich bei Katharina Escher und freuen uns, dass wir neben der bestehenden Kooperation mit der Abteilung Literaturdidaktik nun auch erstmalig mit der Abteilung Sprachdidaktik zusammenarbeiten konnten.